Der traditionell behauptete Gattungsunterschied von wahrheitsorientierter philosophischer Prosa und fiktionaler Literatur stellt sich nicht zuletzt dann als problematisch heraus, wenn Formen des Denkens und Erkennens aus der Betrachtung herausfallen, die sich keinem der beiden Modelle zuordnen lassen.
Dass Kritik nach dem Ende der großen Geschichte(n) weder als Lehre noch als Aufklärung, sondern als Reflexiv- und Problematisch-Werden von Entscheidungsprozeduren und Urteilsformen gedacht werden kann, souffliert Alexander Kluges Kunst- und Medienarbeit seit den frühen 60er-Jahren.
Mit Beiträgen von Peter Berz, Lars Denicke, Beatrice Gründler, Friedrich Kittler, Ludwig Morenz, Barry Powell, Oliver Primavesi, Joachim Schaper, Gerhard Scharbert, Joulia Strauss, Peter Weibel, Siegfried Zielinski.
Schon zu Lebzeiten galt der französische Schriftsteller und Ethnologe Michel Leiris (1901-1990) als Innovator und Klassiker der Autobiographiegeschichte.
Die Urkatastrophe des Ersten Weltkriegs brachte das "Wert-Vakuum" (Hermann Broch) zum Vorschein, in dem sich eine spezifisch literarische Ethik ausbildete.
Das Erzählen in frühen Hochkulturen führt in seinem zweiten Band "Eine Archäologie der narrativen Sinnbildung" die bereits im Vorgängerband "Der Fall Ägypten" gestellten Fragen zu den Bedingungen des Erzählens in einer frühen Hochkultur nun im interdisziplinären Kontext fort.
Das Sonett konstituiert in seiner langen Geschichte immer wieder soziale Räume für spezifische Gemeinschaften – zwischen Lebenden, aber auch über die Jahrhunderte hinweg mit historischen Personen.
Felicitas Hoppe, Büchner-Preisträgerin des Jahres 2012, stellt in ihren beiden hier zum erstenmal veröffentlichten Dortmunder Poetikvorlesungen über den "Mythos Inspiration" und das Spannungsverhältnis zwischen "Autorität und Selbstzensur" "praktische Fragen, die uns ganz konkret im Zusammenhang mit dem Schreiben von Nutzen sein können".
Dem klassischen Detektivroman als Genre der Unterhaltungsliteratur und rationalistischem Kind moderner Fortschrittsgläubigkeit steht seit einigen Jahrzehnten mit dem Anti-Detektivroman ein radikaler Gegenentwurf gegenüber, der sich Konventionen und Erzählschemata der Prätexte zu Nutze macht, um diese zu unterminieren und den naiven Erkenntnisoptimismus, die unbedingte Aufklärungsforderung und das teleologische Handlungsmodell ad absurdum zu führen oder zu parodieren.
Staunen als eine Emotion, die mit Verwirrung und Verunsicherung, aber auch Begehren und Genuss verbunden wird, ist weder begrifflich noch phänomenologisch leicht zu fassen.
Dass die ›Glückseligkeit‹ des Menschen auf einem gelingenden Zusammenspiel von Körper und Geist beruht, ist eine der epochemachenden Erkenntnisse des 18.
Matthias Hennig entwirft auf breiter Textbasis anhand von Fallstudien eine Typologie von fünf literarischen Labyrinth-Modellen (Stadtlabyrinthe, Bibliothekslabyrinthe, Spiegellabyrinthe, Höhlenlabyrinthe, Wüstenlabyrinthe) und untersucht diese anhand von Autoren wie Borges, Butor, Dürrenmatt, Eco, Lem, Lovecraft, Robbe-Grillet, Saramago u.
Wenn es ums Schaffen geht oder gar ums Schöpferische, liegt nichts so nahe wie das scheinbar unerschöpfliche Feld der Geburtsmetaphern, das Reden vom Zeugen und Empfangen, vom Austragen und Gebären eines Werkes, das für das Kind steht – ja dieses gar ersetzen soll.
Goetz' wildes Denken zwischen Friedrich Nietzsche und Niklas Luhmann setzt sich mit der Kommunikation der Gesellschaft auseinander – bruchstückhaft, radikal subjektiv, fast schon universalpoetisch.
Das Planetaritäts-Narrativ, das um 1920 im Niemandsland zwischen Literatur, Rechtsgeschichte und Technikphilosophie entsteht, unterbricht die an der Kugelform des Globus ausgerichtete Vorstellung von Bewegungen, die zu sich selbst zurückkehren.
Ausgangspunkt dieser Studie ist der schlichte Befund, dass die Semantik der »Laune« seit den 1770er Jahren proliferiert, und zwar sowohl in der ästhetischen Theorie und Literatur als auch in psychologischen und diätetischen Diskursen.
Kafka ist ein Virtuose der doppelten Verneinung: Die schon in der Alltagssprache angelegte Unsicherheit - was nicht falsch ist, muss nicht schon richtig sein - nutzt er immer wieder als listige Strategie.
Die Transplantationschirurgie wirft - bei all ihren Erfolgen - juristische, bioethische und philosophische Fragen auf und provoziert kollektive Hoffnungen, Phantasien und Ängste, die sich in Literatur und Film niederschlagen.
Versions of Hamlet: Poetic Economy on Page and Stage takes a fresh look at an old textual problem: Instead of arguing the case for one of the three early Hamlet texts as the one , the book presents a new analytical approach which allows us to see different Hamlet versions and the interpretations emerging from them side by side.