Dieses Mal hatten die Seewölfe Verbündete - Geusen, mit denen sie Schulter an Schulter kämpften, aber da war Verrat im Spiel, und das merkten Philip Hasard Killigrew, Al Conroy und Sam Roskill in der Schenke der Basken zu spät.
Der Ausguck im Großmars der Kriegsgaleone "Candia" stieß einen würgenden Laut aus, denn was sich von Steuerbord achtern heranschob, sah in dieser Regennacht wie eine gewaltige Gespenstererscheinung aus.
In Cadiz versengte Admiral Drake dem König Phillip von Spanien den Bart, und daran hatte Philip Hasard Killigrew, Kapitän der "Isabella" auch gar nichts auszusetzen.
Der spanische Viermaster war ein Brocken, der für die Seewölfe nicht so leicht zu verdauen war, außerdem hatte es sich der spanische Kommandant in den Kopf gesetzt, die "Isabella" abzufangen, bevor sie das Kap im Süden Afrikas rundete.
Dieses Atoll war wirklich voller böser Überraschungen, und dem eisernen Profos Ed Carberry standen buchstäblich die Haare zu Berge, obwohl er unter Wasser schwamm - und gegen eine Muräne zu kämpfen war eine andere Sache, als mit einem lausigen Don die Klinge zu kreuzen.
Es waren Diamanten, die von den Spaniern aus den Minen auf dem Isthmus von Kra ausgebeutet und kistenweise in die Laderäume der "Santa Trinidad" verladen worden waren.
Als sie die große Bucht an der Küste Borneos ansteuerten und Anker warfen, sah alles ganz friedlich aus, keineswegs kriegerisch, denn die Eingeborenen in dem Pfahlbaudorf flohen kreischend in den Urwald.
Die riesige Kriegsdschunke kreuzte den Kurs der "Isabella", und es war nicht ganz klar, ob das nur eine Drohgebärde sein solle, oder ob man darauf lauerte, im günstigsten Moment loszuschlagen.
Nur vier Seewölfe hatten das Piratenschiff Khai Wangs geentert, jenes Mannes, der als die Geißel des Gelben Meeres eine traurige Berühmtheit erlangt hatte.
Auch im Lande des großen Chan gab es Pressgangs - Schlägergruppen, die an den Küsten und in den Hafenstädten ihr Unwesen trieben, harmlose Reisende überfielen und auf die Dschunken verfrachteten.
Magellans Männer waren 1521 auf jenen unbekannten Inseln gelandet und hatten sie voller Ärger "Ladronen" - Diebesinseln genannt, weil die Eingeborenen sie bestohlen hatten, eine etwas merkwürdige Namensgebung, wenn man bedenkt, was die spanischen Eroberer und Konquistadoren in den Ländern der Neuen Welt alles mitgehen ließen.
Ja, es war tückisch, dieses Meer mit seinen unbekannten Strömungen, dem launischen Wind und jener unbekannten Kraft, die offensichtlich auf die Kompaßnadel einwirkte und sie verrückt spielen ließ.
Seit Jahren war sie eine Legende, diese Galeone, die einmal im Jahr mit Waren aus China quer über den Stillen Ozean nach Acapulco segelte und mit dem Gegenwert der Waren in Form von Gold und Silber nach China wieder zurückkehrte.
Die spanische Karavelle hatte der liebe Gott gesandt - so erschien es den Seewölfen auf der einsamen Insel im Stillen Ozean, denn ihr Schiff, die stolze Galeone "Isabella", hatte eine Bande von Piraten entführt - wohin, das mochte der Teufel wissen.
Ein Brandpfeil, abgefeuert von Big Old Shane, dem früheren Waffenmeister von Arwenack Castle, stach in zitternder Bahn auf die spanische Dreimast-Karavelle zu, senkte sich auf seiner Flugbahn und bohrte sich zischend ins Hauptdeck.
Die Mannschaft der spanischen Meuterer unter ihrem selbsternannten Capitan Carlos Ingarra hatte eine polynesische Häuptlingstochter geraubt - und fünf Seewölfe als Geiseln.
Damals, vor über fünf Jahren, wäre die Mocha-Insel Kapitän Francis Drake bei seiner legendären Weltumsegelung fast zum Verhängnis geworden, wenn er nicht Philip Hasard Killigrew, den Seewolf, an Bord gehabt hätte.