Der Verein, den Thomas Mann hier bewirbt, war im Mai 1918 gegründet worden und gestaltete in der folgenden Zeit das musikalische Leben in München entscheidend mit.
Mit entschiedenen Worten positioniert sich Thomas Mann hier in der Debatte um die Abschaffung des Abiturs, die 1917 wieder einmal aktuell geworden war: Die Prüfung verlange es von den Abiturienten, sich »unter Anwendung schlafvertreibender Mittel […] als schlafwandelnde Enzyklopädien« zu erweisen – und das in einem Alter, in dem viele zunächst noch mehr einem »träumerische[n] Faulpelz« glichen, anstatt sich mit Freuden in die Prüfungsvorbereitung zu stürzen.
Die Kriegsverherrlichung, die aus Thomas Manns in den Anfangszeiten des Ersten Weltkrieges verfassten Texten spricht, war im Frühjahr 1917 überwunden und der Ton inzwischen deutlich zurückhaltender.
Unter einem allgemein klingenden Titel befasst sich Thomas Mann hier vor allem mit der Person und dem Wirken Bruno Walters, den zu unterstützen er das Bedürfnis verspürte.
Mit dem Gegenstand seines Romans ›Die Bekenntnisse des Felix Krull‹, der ihn den größten Teil seiner Schaffenszeit begleitete, fremdelte Thomas Mann zeitweise so sehr, dass er gar zögerte, daraus vorzulesen.
Lange Zeit hatte Thomas Mann den einflussreichen Publizisten und Herausgeber der Zukunft Maximilian Harden bewundert und sich mehrfach positiv über ihn geäußert.
Schon lange vor diesem Aufruf, von Thomas Mann auf 1915 datiert und erst 1922 in ›Reden und Aufsätze‹ veröffentlicht, hatten sich unterschiedlichste Personen mit der Idee einer »Deutschen Akademie« beschäftigt.
Mit einem im Vergleich zu den Kriegsgeschehnissen banal wirkenden, für viele Schriftsteller aber durchaus relevanten Gegenstand befasst sich Thomas Mann in diesem Antwortschreiben an die Redaktion des Schriftsteller, der Mitgliederzeitung des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller.
In diesem Beitrag Thomas Manns wird besonders deutlich, welch intellektuelle und abstrakte Sichtweise er auf den Krieg hatte – sein von den ganz konkreten Gräueln der Schlachtfelder meilenweit entferntes Bild einer heraufbeschworenen Synthese von Geist und Macht, die sich in einem Sieg Deutschlands verwirklichen werde, entsprang einem Konzept, das seit Jahrhunderten populär war und Vertretern entsprechender Positionen als stete Rechtfertigung der angeblich hehren deutschen Motive im Kriege diente.
Nicht nur den Lesern dieses Essays, sondern allgemein stellte sich zu den Schriften Thomas Manns ab dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges die große Frage: Wieso nur verfiel er, der sich bis zu diesem Zeitpunkt kaum mit Äußerungen zu politischen Fragen hervorgetan hatte, derselben Kriegsbegeisterung, der die Mehrheit der Deutschen offensichtlich verfallen war?
Während Thomas Mann in seinen Porträts sonst gerne umfassend Bezug auf Werk und Leben der Porträtierten nahm, bleibt ein solcher Überblick hier vermisst.
In dieser Beschreibung seines Werdegangs und seiner Lebensumstände zu jener Zeit bezieht sich Thomas Mann auf die vorangegangenen, weniger ausführlichen Selbstbiographien, die er in den Jahren 1904, 1907 und 1910 verfasst hatte.
Frank Wedekind rüttelte mit seinen oftmals provozierenden Bühnenstücken die Münchner Gesellschaft auf und stand deshalb unter besonderer Beobachtung von Seiten der Zensurbehörde.
Einige zentrale Gedanken aus der »amorphen Notizenmasse«, wie Thomas Mann das umfangreiche Konvolut zu seinem unvollendet gebliebenen Essay ›Geist und Kunst‹ bezeichnet hat, wurden in der Folge zum Ausgangspunkt eigenständiger Essays.
In früheren Jahren hatte Thomas dem Naturalismus durchaus nahegestanden, sich jedoch persönlich bereits weit davon entfernt, als er im Jahr 1912 eine Rezension des Romans ›Der Kampf der weißen und der roten Rose‹ von Georg Hirschfeld verfasste – davon zeugt nicht zuletzt sein ›Felix Krull‹, an dem er zu dieser Zeit arbeitete.
Obgleich er im direkten Vergleich hinter Henrik Ibsen und Leo Tolstoi zurückstehen musste, gehörte August Strindberg für Thomas Mann unbestritten zu den »großen Geistern« Europas.
Heinrich Jaffe, der erfolgreiche Buchhändler aus München, hatte sein Geschäft dank einiger geschickter Maßnahmen als Anlaufstelle der literarischen Szene etabliert.
Die Zeitschrift La Revue des Revues erbat sich im Herbst des Jahres 1911 von Schriftstellern aus unterschiedlichen Ländern eine Stellungnahme zur Frage des Humors in der Literatur und veröffentlichte Anfang Dezember die Antworten.
Datiert mit »Lido-Venedig, Mai 1911«, erschien diese Antwort Manns auf eine Rundfrage der Wiener Zeitschrift Der Merker in einem Wagner gewidmeten Sonderheft zu den Bayreuther Festspielen in jenem Jahr.