Im Jahr 1910 sah sich in München der Verleger und Eigentümer einer Buchhandlung Karl Schüler genötigt, auf den Angriff einiger konservativ-kirchlicher Berufsgenossen mit einer Verleumdungsklage zu antworten.
In der Weihnachtsausgabe von 1910 wurde im Berliner Tageblatt die Besprechung Thomas Manns über den Roman ›Peter Schlemihl‹ von Adelbert von Chamisso veröffentlicht, in der er sich auf die 1907 im Hyperion Verlag Hans von Webers erschienene, von Emil Preetorius gestaltete Ausgabe bezieht.
Es ist wahrscheinlich, dass Thomas Mann den Essay, der zu Lebzeiten lediglich teilweise in einem Ausstellungskatalog publiziert wurde, im Zeitraum zwischen Mitte November und Anfang Dezember des Jahres 1910 verfasste, als er gerade von einem Besuch in Weimar zurückgekehrt war.
»Unmittelbares und instinktmäßiges Entzücken«, »unmittelbare Erheiterung, Erwärmung, Befriedigung« empfand Thomas Mann bei »jedem Vers, jeder Briefzeile, jedem Dialogfetzchen« Fontanes.
»Wenn der hohe Sachverständige in meinen Schilderungen seine Wirklichkeit nicht wiedererkennt, liegt das vielleicht nicht eher an der Zuspitzung, die ich ihnen gab, der Beleuchtung, in die ich sie stellte, als an ihrer realen Unaufrichtigkeit?
Nach einer Invektive des Autors Theodor Lessing gegen den Kritiker Samuel Lublinski im Jahr 1910 kam es zu einer Aufsehen erregenden literarischen Kontroverse, die mit erbitterter Schärfe ausgetragen wurde.
Thomas Mann als Aphoristiker: Vier Jahre nach Teil [I] wurden im Jahr 1909 in der Weihnachtsausgabe der Berliner Zeitung Der Tag acht weitere Aphorismen aus der Feder des vielseitigen Romanciers veröffentlicht.
Gegliedert in vier Abschnitte, markiert diese von ihm selbst als »Berichtigungen« bezeichnete Stellungnahme Thomas Manns eine weitere Station der aufsehenerregenden literarischen Kontroverse, die im Jahr 1910 zwischen dem Autor Theodor Lessing und dem Kritiker Samuel Lublinski entbrannt war, und in der sich Thomas Mann als Verteidiger Lublinskis positioniert hatte.
»Du wirst lächeln, sage ich – und doch, welchen außerordentlichen Rang nimmt unter dem Hausrat das Bett ein, dies metaphysische Möbelstück«: Welchen »Freund!
Eingereiht zwischen den »großen Geistern« Europas, Henrik Ibsen und August Strindberg, stand für Thomas Mann der russische Nationalschriftsteller Leo Tolstoi, den er hier zu dessen 80.
»Ja, so sehr liebte ich die gelb-roten Heftchen, denen ich meine schönsten Stunden verdankte« – Thomas Mann gratuliert hier im Mai 1908 dem Reclam Verlag, vertreten durch den damaligen Verlagsleiter Hans Heinrich Reclam.
Als überaus erfolgreicher Vertreter seines Fachs bekam Thomas Mann regelmäßig die Erstlingswerke junger Nachwuchsschriftsteller zugesandt, die sich von ihm eine Einschätzung ihres Talents wünschten.
Unter diesem Titel gab der Schriftsteller und Journalist Rudolf Presber Anfang 1908 im »Buchverlag für das deutsche Haus« eine erste Serie von 12 Romanen der Weltliteratur heraus.
Erstmals erschien ›Die Theaterzensur‹ im Rahmen einer Dissertation: Der Jurist Robert Heindl hatte in einer Rundfrage verschiedene Schriftsteller und Kritiker gebeten, ihre Meinung zur Notwendigkeit der Theaterzensur darzulegen, und als mögliche Alternative derselben eine Kommission aus Juristen und Bühnendichtern vorgeschlagen.
Nicht erst in späteren Arbeiten wie dem berühmten Vortrag ›On Myself‹ hat Thomas Mann versucht, mittels eigener Texte Einfluss auf sein öffentliches Bild zu nehmen.
Eine Rundfrage des Arztes, Politikers und Publizisten Julius Moses bot Thomas Mann im Jahr 1907 den Anlass, sich zu einem Thema zu äußern, das für die Rezeption seiner Werke, wie auch für sein öffentliches Bild, immer wieder eine Rolle spielte.
Für diese zweite Selbstbiographie hat Thomas Mann seine ›Selbstbiographie I‹ von 1904 lediglich geringfügig verändert und sie im Wesentlichen um den Schlusssatz ergänzt.
»Was mich betrifft, so heißt es, die Zähne zusammenbeißen und langsam Fuß vor Fuß setzen«: Unter anderem so beschreibt Thomas Mann im Juli 1907 eindrücklich die Widrigkeiten, denen er durch seine Arbeitsweise ausgesetzt ist.
Der physische, durch den Alkoholgenuss hervorgerufene Rausch übte auf Thomas Mann eine unbestreitbare Faszination aus, setzte er sich doch literarisch, wie beispielsweise in ›Der Tod in Venedig‹, wiederholt damit auseinander.
Finden statt erfinden – mit diesem schriftstellerischen Prinzip glaubte sich Thomas Mann in bester Gesellschaft und berief sich dabei auf Shakespeare, Goethe, Schiller, Turgenjew und Wagner.
Thomas Mann unternimmt hier den Versuch, die Faszination und die Wirkung des Theaters als einem symbolischen Ort zu ergründen, der für ihn in klarer Abgrenzung zur Gattung des Dramas steht.
Der Anlass des Textes war ein Rechtsstreit um einen Roman des Heimatschriftstellers Johannes Dose, der in den Jahren 1905 und 1906 in Manns Geburtsstadt Lübeck ausgetragen wurde.
Das unbetitelte Manuskript von 1904 oder 1905 ist eine kurze Einführung in ein Stück Thomas Manns, das obwohl »noch nicht völlig abgeschlossenen«, doch schon weitgehend fertig vorgelegen haben muss.
Im Jahre 1904 bat der Redakteur der Breslauer Zeitschrift ›Nord und Süd‹, Oskar Wilda, Thomas Mann um biographische Auskünfte für einen eigenen Aufsatz über den Autor.
Thomas Manns Essay über eine der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen ihrer Zeit, Gabriele Reuter, entstand als Auftragsarbeit und wurde in zwei Teilen am 14.
Im Frühjahr und Sommer 1893 gab der fast volljährige Gymnasiast Thomas Mann am Lübecker Katharineum unter dem leicht durchschaubaren Pseudonym »Paul Thomas« die Zeitschrift ›Der Frühlingssturm‹ heraus, in der er »als philosophisch-wühlerischer Leitartikler« seine frühest erhaltenen literarischen Arbeiten publizierte.
Im Frühjahr und Sommer 1893 gab der fast volljährige Gymnasiast Thomas Mann am Lübecker Katharineum unter dem leicht durchschaubaren Pseudonym »Paul Thomas« die Zeitschrift ›Der Frühlingssturm‹ heraus, in der er »als philosophisch-wühlerischer Leitartikler« seine frühest erhaltenen literarischen Arbeiten publizierte, von denen die Polemik ›Heinrich Heine, der »Gute«‹ als wichtigster Text gilt, da hier bereits Grundlinien eines eigenständigen Literaturverständnisses erkennbar sind.